Wir genießen den Juni in Hurghada – unsere Woche
Wir genießen den Juni in Hurghada – unsere Woche
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Wir genießen den Juni in Hurghada – unsere Woche:
Frühlingsfeeling unter Wasser und Sommerfeeling über Wasser
Auch hier bei uns in Hurghada ist in der vergangenen Woche langsam das WM-Fieber ausgebrochen, auch wenn wir aufgrund der Zeitverschiebungen nur wenige Spiele anschauen können. Zumindest durften wir beim 7:1 für Deutschland mitjubeln und auch das 1:1 beim Ägyptenspiel war schon mal ein gar nicht so schlechter Auftakt. Doch wir gehen natürlich lieber früh schlafen, denn wir müssen ja morgens fit sein für einen entspannten Tauchtag.
Und so genossen wir einfach jeden Sommertag unter und über Wasser. Das ist übrigens mit etwas über 26 °C noch nicht ganz so warm und bietet eine erfrischende Abkühlung zu den heißen Außentemperaturen. Wind gab es in der letzten Woche auch an einigen Tagen, doch das störte uns nicht sonderlich. Wir nahmen es, wie es gerade kam und suchten die Tauchplätze dementsprechend aus. So führte uns unsere Reise mal in den Norden, mal zwischen die Inseln und auch mal an die Tauchplätze rund um Abu Ramada.
Während wir noch mit etwas Wind ins vergangene Wochenende starteten, durften wir uns am Sonntag über traumhafte Bedingungen freuen. Wir nutzten die Gelegenheit und starteten gleich morgens durch in den Norden. Egal ob am Carless Reef oder in Shaab Pinky, überall fanden wir einen unglaublichen Fischreichtum vor. Schwarmfisch über Schwarmfisch: Vom riesigen Makrelenschwarm über Barrakudas bis hin zu regelrechten Wänden aus Füsilieren ist momentan alles dabei. Überall glitzert und funkelt es zwischen bunten Weichkorallen.
Zur neuen Woche blies es dann doch wieder recht ordentlich und so genossen wir die nächsten Tage ausgiebig sämtliche Drop Offs auf der Südseite der Kleinen Giftun Insel. Es ging Richtung Erg Somaya, von Erg Somaya nach Ham Ham und von Ham Ham nach Giftun Soraya. Vom Schweben im Blau kann man einfach nicht genug bekommen. Wir trafen auf Schildkröten und Adlerrochen und unsere Fotografen ergatterten schöne Aufnahmen vom scheuen Langnasenbüschelbarsch. Auch Stone Beach stand hoch im Kurs, denn dort wartet nach wie vor die begehrte Rotmeer-Nambrotha. Dazu kamen noch Adlerrochen und ein Dugong bei der Morgengymnastik. Einfach eine schöne Woche – und wir freuen uns auf die nächste!
Unser Meerestier der Woche: Wächtergrundeln
Wer beim Tauchen im Roten Meer aufmerksam über sandige Bereiche zwischen den Korallen blickt, entdeckt mit etwas Glück eine der faszinierendsten Partnerschaften des Riffs: die Symbiose zwischen Partnergrundeln und Knallkrebsen. Auf den ersten Blick wirkt die kleine Grundel, die vorsichtig aus einer Höhle schaut, unscheinbar. Doch hinter ihr verbirgt sich ein eingespieltes Team. Während die Grundel als Wächter fungiert und mit ihren guten Augen die Umgebung beobachtet, kümmert sich der Knallkrebs um den Bau der Behausung. Er gräbt Tunnel, transportiert Sand und hält den Eingang instand. Da viele Knallkrebse nur schlecht sehen, verlässt sich der Krebs vollständig auf seinen Partner.
Besonders spannend ist die Kommunikation zwischen den beiden. Der Krebs hält oft mit einer Antenne Kontakt zur Grundel und erhält so ständig Informationen über die Umgebung. Nähert sich ein Räuber oder fühlt sich die Grundel gestört, gibt sie ein Warnsignal. Innerhalb eines Augenblicks verschwinden beide Tiere im sicheren Bau.
Im Roten Meer gehören verschiedene Partnergrundeln zu dieser außergewöhnlichen Lebensgemeinschaft. Besonders häufig begegnen wir Taucher der Steinitz-Grundel (Amblyeleotris steinitzi), doch auch beispielsweise die Blaupunkt-Wächtergrundel (Cryptocentrus caeruleopunctatus) nutzt dieselbe Strategie. Beide Arten leben auf Sandflächen, an Riffhängen und zwischen Korallenblöcken, wo sie gemeinsam mit ihren Knallkrebsen unterirdische Wohnanlagen bewohnen.
Knallkrebse sind auch aus einem anderen Grund bemerkenswert. Mit ihrer vergrößerten Schere erzeugen sie eines der lautesten natürlichen Geräusche der Unterwasserwelt. Beim blitzschnellen Zuschlagen entsteht eine Kavitationsblase, deren Zusammenbruch einen deutlich hörbaren Knall verursacht. Dieser dient der Jagd und Verteidigung und macht die Tiere zu einer der wichtigsten natürlichen Schallquellen tropischer Meere.
Wer sich bei seinem nächsten Tauchgang Zeit dafür nimmt und die scheinbar leeren Sandflächen genauer betrachtet, wird schnell feststellen, dass dort ein verborgenes Leben stattfindet. Die Partnerschaft von Grundel und Knallkrebs zeigt eindrucksvoll, wie eng die Bewohner unseres schönen Roten Meeres miteinander verbunden sind.
Beginn des neuen Mondjahres in Ägypten
In Ägypten hat vergangene Woche das neue Jahr nach dem islamischen Kalender begonnen. Mit der offiziellen Sichtung der Mondsichel hat Ägyptens Dar al-Ifta den Beginn des Monats Muharram und damit des islamischen Neujahrs 1448 bestätigt. Der erste Tag des neuen Hidschri-Jahres fiel auf Dienstag, den 16. Juni.
Die Bestimmung des islamischen Kalenders richtet sich nach dem Mondzyklus, deshalb beginnt jeder neue Monat traditionell mit der Sichtung der Mondsichel. In Ägypten übernehmen religiöse und wissenschaftliche Komitees diese Aufgabe und bestätigen offiziell den Beginn eines neuen Monats. Das islamische Neujahr markiert den Start eines neuen Jahres im Hidschri-Kalender, der im Jahr 622 n. Chr. mit der Hidschra begann – der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Dieses Ereignis gilt als Wendepunkt in der islamischen Geschichte und bildet den Ausgangspunkt der islamischen Zeitrechnung.
Anders als viele andere Neujahrsfeiern wird das islamische Neujahr meist ruhig und besinnlich begangen. Für viele Muslime ist es ein Anlass, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Gleichzeitig dient der Hidschri-Kalender weltweit als Grundlage für wichtige religiöse Ereignisse wie den Ramadan, das Opferfest und die Hadsch-Pilgerfahrt nach Mekka. Da das islamische Jahr auf dem Mondkalender basiert und etwa elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, wandern die religiösen Feiertage jedes Jahr durch die Jahreszeiten. Dadurch erleben Muslime wichtige Feste im Laufe ihres Lebens zu ganz unterschiedlichen Zeiten des Jahres.
Anlässlich des neuen Jahres hat die ägyptische Regierung Donnerstag, den 18. Juni, zum offiziellen bezahlten Feiertag erklärt. Die Regelung gilt für Beschäftigte im öffentlichen und privaten Sektor, darunter Ministerien, Behörden, öffentliche Einrichtungen und staatliche Unternehmen. Mit der Verlegung auf den Donnerstag setzt Ägypten seine Praxis fort, Feiertage möglichst zu einem verlängerten Wochenende zusammenzufassen.
Bereits angesetzte Prüfungen fanden jedoch wie geplant nach den bestehenden Zeitplänen statt.
Riesiger Walfriedhof in der Tiefsee entdeckt
In den gewaltigen Tiefen des südöstlichen Indischen Ozeans haben Forschende einen außergewöhnlichen Fund gemacht: den bislang ältesten, tiefsten und größten bekannten Walfriedhof der Erde. Die Entdeckung in der sogenannten Diamantina-Bruchzone eröffnet faszinierende Einblicke in die Geschichte der Ozeane und das Leben in einer der unwirtlichsten Regionen unseres Planeten. Auf einer Strecke von rund 1.200 Kilometern fanden Wissenschaftler Hunderte von Walfossilien sowie mehrere moderne Walkadaver. Einige der Fossilien sind über fünf Millionen Jahre alt und lagen in Tiefen von bis zu 7002 Metern. Damit befinden sie sich weit tiefer als die meisten bisher bekannten sogenannten „Whale Falls” – Wale, die nach ihrem Tod auf den Meeresboden sinken.
Besonders beeindruckend ist die Vielfalt des Lebens, die sich rund um die verwesenden Kadaver entwickelt hat. Krebstiere, Weichtiere, knochenfressende Würmer und zahlreiche weitere Organismen nutzen die Überreste als Nahrungsquelle und Lebensraum. Viele dieser Arten könnten der Wissenschaft bislang unbekannt sein. Neben den modernen Funden entdeckte das Forschungsteam auch Fossilien ausgestorbener Walarten. Darunter befanden sich mehrere Schädel von Schnabelwalen, die wertvolle Hinweise auf die Entwicklung dieser noch heute schwer erforschbaren Meeressäuger liefern.
Sogar eine bislang unbekannte Art konnte identifiziert und wissenschaftlich beschrieben werden. Die Forschenden vermuten, dass die Region sowohl auf einer historischen Wanderroute von Bartenwalen liegt als auch ein wichtiges Jagdgebiet für tief tauchende Schnabelwale darstellt. Diese Kombination könnte erklären, warum sich über Millionen von Jahren so viele Walüberreste an einem Ort angesammelt haben.
Die Entdeckung zeigt eindrucksvoll, wie wenig wir trotz moderner Technik über die Tiefsee wissen. Selbst in völliger Dunkelheit und unter enormem Druck entstehen einzigartige Ökosysteme, die sich über Millionen von Jahren entwickeln konnten. Der neu entdeckte Walfriedhof ist daher nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit der Meere, sondern auch ein Hinweis darauf, wie viele Geheimnisse in den Tiefen unserer Ozeane noch auf ihre Entdeckung warten.
🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓
Schon gewusst? Das Rote Meer gehört zu den wärmsten Meeren der Erde. Selbst im Winter sinkt die Wassertemperatur in den meisten Tauchgebieten nur selten unter 22 °C, während im Sommer häufig 29 bis 32 °C erreicht werden. Doch warum ist das Rote Meer so warm? Ein Grund ist seine besondere Lage: Es ist fast vollständig von Wüsten umgeben, erhält kaum Niederschlag und wird das ganze Jahr über intensiv von der Sonne erwärmt. Gleichzeitig ist der Wasseraustausch mit dem offenen Ozean auf die schmale Meerenge Bab al-Mandab beschränkt.
Über diese Meerenge ist das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbunden. Dort findet ein ständiger Wasseraustausch statt: Oberflächlich strömt Wasser aus dem Golf von Aden ins Rote Meer, während in tieferen Schichten Wasser wieder hinausfließt. Dieser Austausch sorgt dafür, dass das Rote Meer trotz seiner hohen Verdunstung nicht immer salziger und wärmer wird.
Wir genießen den Juni in Hurghada – unsere Woche
Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Wir genießen den Juni in Hurghada – unsere Woche, James & Mac Diving Center – Fotonachweise: James & Mac, Titelbild: Sandra Mrazek