Eine schöne Woche im Wonnemonat Mai
Eine schöne Woche im Wonnemonat Mai
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Hier ist unser Rückblick auf eine schöne Woche im Wonnemonat Mai:
Haie, soweit das Auge reicht
Wir hatten eine schon fast sagenhafte Tauchwoche hier bei uns im Roten Meer. Das Wetter war die meiste Zeit windstill und die erste große Hitzewelle hat uns regelrecht überrollt. So konnten wir die schönsten Plätze anfahren und uns voll und ganz dem Leben Unterwasser widmen. Das kosteten wir selbstverständlich voll und ganz aus. Der Samstag gestaltete sich noch etwas windiger, deshalb zogen wir die Tauchplätze rund um Giftun und Abu Ramada vor. Zwischen den Inseln bei Shaab Dorfa warteten bereits einige Adlerrochen auf uns. Eine ganze Gruppe zog gemütlich vorbei und ließ die Taucheraugen leuchten.
Am Sonntag hatte sich das letzte bisschen Wind verzogen und wir steuerten direkt den Norden an. Zunächst ging es bei Shaab Rur ins Wasser, hier konnten sich unsere frisch angereisten Stammgäste in Ruhe eintauchen. Am Nachmittag fuhren wir dann weiter zum eigentlichen Ziel unserer Begierde – dem Carless Reef. Schon in der Woche zuvor waren hier Haie gesichtet worden und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und was soll man sagen … Sie waren da und sie waren überall. Mindestens drei verschiedene Haiarten durften wir beobachten. Friedlich zogen sie ihre Bahnen und kreuzten mal von links und mal von rechts. Grund für den Hai-Aufluf waren vermutlich zwei riesige Schwärme von Straßenkehrern, die sich rund ums Carless Reef versammelt hatten.
Delfine und eine Minisafari in den Süden
Auch am Montag herrschten beste Tauchbedingungen und so machten sich einige von uns auf nach Shaab Helua. Die Delfine warteten bereits und so durften unsere Gäste noch vor dem ersten offiziellen Tauchgang eine Runde mit einer kleinen Delfinfamilie drehen. Auch bei den beiden regulären Tauchgängen gab es jede Menge zu entdecken, vom Oktopus bis zum Napoleon war alles dabei.
Am Dienstag und Mittwoch machte sich unsere Tauchgruppe mit der Bahlul auf in den Süden und erkundete die herrlichen Riffe rund um Safaga. Neben dem Panorama Reef und Abu Kafan stand diesmal auf Wunsch der Gäste auch die Salem Express auf dem Programm. Alle waren begeistert, nicht nur von den Tauchgängen, sondern auch von dem eindrucksvollen Sonnenuntergang auf dem Meer. Von Mittwoch auf Donnerstag Nacht zog eine steife Brise auf und wir „durften“ den Donnerstag mal wieder an Land verbringen. Da freuen wir uns umso mehr auf eine neue Woche im schönen Roten Meer.
Unser Meerestier der Woche: Der Straßenkehrer
Großkopfschnapper der Familie Lethrinidae gehören zu den typischen Bewohnern der Korallenriffe des Roten Meeres. Wir Taucher begegnen ihnen häufig an Riffkanten, über Sandflächen oder zwischen Korallenblöcken, gerne auch in der Dämmerung und bei Nachttauchgängen. Viele Arten der Gattung Lethrinus wirken mit ihrem kräftigen Kopf, den großen Augen und den fleischigen Lippen zunächst unscheinbar, entwickeln unter Wasser aber schnell eine beeindruckende Präsenz.
Im deutschsprachigen Taucherjargon werden Großkopfschnapper oft „Straßenkehrer” genannt. Dieser Name geht jedoch nicht – wie häufig vermutet – direkt auf ihr Verhalten zurück, sondern auf eine ältere Fehlübersetzung des englischen Begriffs „scavenger” in einer deutschen Ausgabe von Grzimeks Tierleben. Das englische Wort beschreibt einen opportunistischen Allesfresser oder Resteverwerter und wurde damals sinngemäß mit „Straßenkehrer” übertragen. Der Begriff blieb erhalten und wird bis heute oft verwendet.
Nichtsdestotrotz passt der Name erstaunlich gut zum Verhalten der Fische. Großkopfschnapper durchsuchen den Meeresboden langsam und systematisch nach Nahrung. Dabei jagen sie Krebstiere, Würmer, Schnecken, Muscheln und kleinere Fische. Einige Arten besitzen kräftige Mahlzähne, mit denen sie sogar harte Schalen oder Seeigelpanzer knacken können. Bei ruhigen Nachttauchgängen im Roten Meer lässt sich dieses Knacken manchmal deutlich hören.
Besonders häufig begegnen wir im Roten Meer Arten wie der Nebelfleck-Kaiserbrasse (Lethrinus nebulosus) oder dem Großaugen-Straßenkehrer (Monotaxis grandoculis). Große Tiere ziehen oft einzeln über Sandplateaus oder patrouillieren entlang der Riffkante. Juvenile Exemplare halten sich dagegen eher in geschützten Lagunen oder Seegrasfeldern auf. Zu bestimmten Jahreszeiten sieht man riesige Schwärme am Riff entlangziehen.
Ökologisch spielen Großkopfschnapper eine wichtige Rolle im Riffsystem des Roten Meeres. Als bodenorientierte Räuber helfen sie dabei, die Bestände vieler kleiner Wirbelloser zu regulieren und tragen so zum Gleichgewicht des Ökosystems bei. Für uns Taucher gehören sie deshalb zu den charakteristischen und faszinierenden Fischen, die man auf vielen Tauchgängen im Roten Meer beobachten kann.
Neue Partnerschaft zwischen der British University und der Azur Gruppe
Die British University in Egypt erweitert ihr Ausbildungsangebot im Bereich Tourismus und Hotellerie und setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Azur Hospitality. Ziel der neuen Partnerschaft ist es, Studierenden der neuen Fakultät für Tourismus- und Hotelmanagement praxisnahe Einblicke in die internationale Hotelbranche zu ermöglichen und sie optimal auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Im Rahmen der Kooperation absolvieren die Studierenden praktische Ausbildungsphasen direkt in den Hotels und Resorts von Azur Hospitality. Dabei lernen sie verschiedene Bereiche wie Food & Beverage, Rezeption, Marketing und Vertrieb kennen und sammeln wertvolle Erfahrungen im täglichen Hotelbetrieb. Ergänzt wird dies durch Schulungen und Weiterbildungsprogramme, die sowohl den Studierenden als auch Mitarbeitenden von Azur Hospitality zugutekommen.
Die Zusammenarbeit zeigt einmal mehr, wie wichtig die Verbindung von Theorie und Praxis im modernen Tourismus ist. Gerade in einer dynamischen Branche wie der Hotellerie profitieren junge Fachkräfte von realen Einblicken in internationale Standards und professionelle Abläufe.
Auch für uns bei James & Mac sowie Blue Water Dive Resort ist diese Entwicklung besonders spannend, denn unsere Tauchbasen befinden sich ebenfalls in Hotels der Azur-Gruppe. James & Mac ist im Giftun Azur Resort zuhause, während sich das Blue Water Dive Resort im Arabella Azur Resort befindet. Die langjährige Zusammenarbeit mit den Azur-Hotels schafft für unsere Gäste eine ideale Kombination aus entspanntem Urlaub, komfortabler Unterkunft und professionellem Tauchsport direkt vor Ort.
Azur Hospitality zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Hotelgruppen Ägyptens und betreibt zahlreiche Resorts an beliebten Destinationen am Roten Meer und Mittelmeer. Die Gruppe steht für modernes Hotelmanagement, hohe Servicequalität und kontinuierliche Weiterentwicklung im Tourismussektor.
Mit der neuen Partnerschaft zwischen Universität und Hotelgruppe wird ein wichtiger Schritt für die Zukunft des ägyptischen Tourismus gesetzt. Praxisorientierte Ausbildung, internationale Standards und die Förderung junger Talente tragen dazu bei, die Branche nachhaltig zu stärken und neue Perspektiven für kommende Generationen zu schaffen.
Originale Lehmsiegel des Tutanchamun-Grabes werden ausgestellt
Luxor begeistert derzeit erneut mit faszinierenden Entdeckungen rund um das berühmte Grab Tutanchamuns. Mehr als hundert Jahre nach der spektakulären Entdeckung seines Grabes im Tal der Könige werden nun erstmals originale Lehmsiegel und eine restaurierte Verschlusswand öffentlich im Luxor-Museum gezeigt. Viele dieser einzigartigen Stücke galten lange Zeit als verschollen oder wurden kaum beachtet.
Die Lehmsiegel verschlossen einst die Eingänge zur Grabkammer Tutanchamuns. Noch heute tragen sie Abdrücke aus der Zeit des Neuen Reiches und geben spannende Einblicke in die Bestattungsrituale der 18. Dynastie. Jahrzehntelang lagen die zerbrochenen Fragmente unbeachtet in Holzkisten, nachdem Howard Carter sie während der Öffnung des Grabes 1922 entfernt hatte. Erst ein modernes Restaurierungsprojekt machte es möglich, die Stücke sorgfältig zu dokumentieren, zu restaurieren und digital wieder zusammenzusetzen.
Besonders beeindruckend ist die originale Verschlusswand der Grabkammer, die Experten als weltweit einzigartig bezeichnen. Sie gilt als eines der wenigen noch erhaltenen originalen Bauelemente, die direkt mit Tutanchamuns Grab verbunden sind. Hergestellt wurde sie aus einer speziellen Mischung aus Kalzit, Lehm, Sand, Pflanzenfasern und Gips, die im antiken Theben als „Habiya” bekannt war. Vergleichbare Beispiele wurden bislang in keinem anderen Königsgrab Ägyptens entdeckt.
Nicht nur das Luxor-Museum bietet derzeit Neues für Geschichtsinteressierte. Am Westufer von Luxor wurden außerdem zwei restaurierte Gräber aus der Zeit des Neuen Reiches für Besucher geöffnet. Die Gräber gehören Rabuya und seinem Sohn Samut, die als Torwächter des Gottes Amun dienten. Die im Jahr 2015 entdeckten Gräber zeigen Szenen aus dem alltäglichen Leben vor über 3.000 Jahren und eröffnen spannende Einblicke in die altägyptischen Gesellschaft abseits der königlichen Paläste und Tempel. Die dargestellten Szenen zeigen unter anderem religiöse Rituale, Opfergaben und verschiedene Aspekte des täglichen Lebens. Solche Funde helfen dabei, das Leben gewöhnlicher Menschen im alten Ägypten besser zu verstehen und ergänzen das Bild der berühmten königlichen Gräber.
🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓
Schon gewusst? Tutanchamun gehört heute zu den bekanntesten Pharaonen Ägyptens – obwohl er vermutlich nur etwa 18 Jahre alt wurde und historisch eigentlich eher unbedeutend war. Berühmt wurde er vor allem durch die sensationelle Entdeckung seines nahezu unberührten Grabes im Jahr 1922. Darin fanden Archäologen über 5000 kostbare Gegenstände, darunter die weltberühmte goldene Totenmaske.
Besonders spannend: Untersuchungen seiner Mumie zeigen, dass der junge Pharao wahrscheinlich gesundheitliche Probleme hatte und sogar auf Gehstöcke angewiesen war – mehr als hundert davon wurden in seinem Grab entdeckt.
Eine schöne Woche im Wonnemonat Mai
Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Eine schöne Woche im Wonnemonat Mai, James & Mac Diving Center – Fotonachweise: James & Mac,