Der Mai ist fast vorüber – unsere Woche im Rückblick

Der Mai ist fast vorüber – unsere Woche im Rückblick

Der Mai ist fast vorüber – unsere Woche im Rückblick

Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Der Mai ist fast vorüber – unsere Woche im Rückblick:

Ein kleines Wrack versüßt den Sicherheitsstopp

Eine Woche voller Überraschungen

Bei uns hier in Hurghada herrschte die ganze Woche Feiertagsstimmung. Allerdings zeigte diese auch sämtliche Feiertagsstimmungsfacetten. Mal war es ruhig, mal zu ruhig und mal ausgelassen. Ägypten ist halt immer wieder für eine Überraschung gut. 🙂

Am vergangenen Wochenende ahnten wir noch nicht, was uns im Laufe der Woche erwarten würde – oder auch nicht … Wir zogen los zu den Tauchplätzen rund um Hurghada. Bestens gelaunt und komplett ohne Wind ging es nach Fanadir, ans Carless Reef und nach Shaab Rur. Ein herrlicher Samstag mit herrlichen Tauchgängen, auch wenn sich die Haie am Carless inzwischen wieder auf die Reise gemacht hatten. Das gleiche Spiel auch am Sonntag: wenig Wind, schöne Tauchgänge und überall Fischsuppe deluxe. 

Am Montag wurde es dann ein bisschen windiger, wir verzichteten auf den Norden und konzentrierten uns auf die schönen Tauchplätze rund um Giftun. Bei Stone Beach zeigte sich die berühmt-berüchtigte Rotmeer-Sternschnecke und bewies, dass sie mehr als eine Legende ist. Bei Shaab Dorfa wartete eine Schildkröte und und zusätzlich machten viele kleine Entdeckungen den Tag rund und schön. Kaum im Hafen angekommen, wurden wir von einer nicht so schönen Nachricht überrascht – das Meer sollte für die nächsten drei Tage gesperrt sein. 

Und so legten wir am Dienstag einen Tag Pause ein. Unsere ägyptischen Jungs waren jedoch nicht untätig und konnten die Behörden davon überzeugen, uns für den nächsten Tag Hausrifftauchgänge beim Blue Water Dive Resort zu ermöglichen. Juhu! Also machten wir uns am Mittwoch auf und erkundeten nach langer Zeit mal wieder das schöne Hausriff unserer Schwesterbasis. Am Donnerstagmorgen erwartete uns die nächste Überraschung: Das Meer ist unerwarteterweise doch wieder offen! Und so endete die Woche genauso wie sie begonnen hatte, mit schönen Tauchgängen und jeder Menge bunter Fische. Wir freuen uns auf die nächste! 😉

Unser Meerestier der Woche: Der Schlangenaal

Zwischen den farbenfrohen Korallen des Roten Meeres verbergen sich einige der geheimnisvollsten Bewohner der Unterwasserwelt: die Schlangenaale. Viele Taucher haben sie vermutlich schon gesehen, ohne genau zu wissen, worum es sich handelt. Mit ihren langen, schlanken Körpern erinnern sie eher an Seeschlangen als an Fische und sorgen besonders bei Nachttauchgängen immer wieder für spannende Begegnungen.

Schlangenaale gehören zur Familie der Ophichthidae und leben bevorzugt auf sandigen Flächen. Dort verbringen sie einen Großteil ihres Lebens eingegraben im Boden. Oft ragt nur der Kopf aus dem Sand, während sie geduldig auf kleine Beutetiere wie Garnelen oder Jungfische warten. Bei Gefahr verschwinden sie blitzschnell vollständig im Sand – ein faszinierender Anblick für jeden Taucher. Im Roten Meer begegnet man besonders häufig dem Geringelten Schlangenaal (Myrichthys colubrinus). Mit seinen schwarz-weißen Ringen sieht er einer giftigen Seeschlange erstaunlich ähnlich. Diese Täuschung schützt ihn vermutlich vor Fressfeinden. Anders als viele andere Schlangenaale ist diese Art oft auch tagsüber aktiv und schlängelt sich langsam über Sandflächen oder zwischen Korallenblöcken hindurch.

Besonders gute Chancen auf eine Sichtung bestehen bei ruhigen Tauchgängen an flachen Riffen während eines gemütlichen Tauchgangs. Wer aufmerksam über die Sandflächen blickt, entdeckt manchmal plötzlich einen Kopf, der neugierig aus dem Boden schaut. Genau diese kleinen, unerwarteten Begegnungen machen das Tauchen im Roten Meer so besonders. Trotz ihres ungewöhnlichen Aussehens sind Schlangenaale vollkommen ungefährlich für Menschen. Sie gelten als sehr scheu und ziehen sich sofort zurück, wenn man ihnen zu nahe kommt. Gerade deshalb lohnt sich ein ruhiger und respektvoller Blick auf den Meeresboden, denn oft entdeckt man erst beim zweiten Hinsehen, wie viel Leben sich dort tatsächlich verbirgt.

Das Rote Meer bietet mit seiner Artenvielfalt und den weitläufigen Sandplateaus ideale Lebensräume für diese besonderen Tiere. Für Unterwasserfotografen und interessierte Taucher zählen Schlangenaale deshalb zu den spannendsten Sichtungen unter Wasser.

Eine Feiertagswoche in Ägypten

In Ägypten standen die vergangenen Tage ganz im Zeichen des Opferfestes Eid al-Adha, das in diesem Jahr am 27. Mai begann und landesweit mit religiösen Zeremonien, Familienbesuchen und festlicher Stimmung gefeiert wurde. Zuvor hatte die ägyptische Dar Al-Ifta nach der Sichtung der Mondsichel offiziell bestätigt, dass der islamische Monat Dhu al-Hijjah begonnen hatte und damit auch die Zeit der Hadsch-Pilgerfahrt nach Mekka eingeläutet wurde. Bereits am Tag vor dem Fest begingen viele Gläubige den heiligen Tag von Arafat, der als einer der wichtigsten Tage im islamischen Kalender gilt.

Millionen Muslime weltweit feierten das Opferfest zur Erinnerung an die Bereitschaft des Propheten Ibrahim, seinen Sohn aus Gehorsam gegenüber Gott zu opfern. Gleichzeitig erreichten laut Behörden über eine Million Pilger Saudi-Arabien, um an der diesjährigen Hadsch teilzunehmen. Auch in Ägypten war die Festzeit von zahlreichen staatlichen Maßnahmen begleitet worden.

Die Regierung hatte zum Beispiel bereits im Vorfeld eine sechstägige Feiertagsregelung beschlossen, wodurch Banken, Ministerien sowie viele öffentliche Einrichtungen vom 26. bis 31. Mai geschlossen bleiben. Die Zentralbank hatte die Banken angewiesen, Geldautomaten ausreichend mit Bargeld zu versorgen, damit die Versorgung der Bevölkerung während der langen Feiertage sichergestellt blieb. Gleichzeitig blieben digitale Zahlungsdienste wie Onlinebanking und InstaPay ohne Unterbrechung verfügbar.

Präsident El-Sisi hatte rund um die Feiertage zudem mehrere Begnadigungsdekrete erlassen. Bereits zuvor waren ähnliche Entscheidungen zum Eid al-Fitr, zum Sinai-Befreiungstag sowie zu nationalen Gedenktagen getroffen worden. Solche Begnadigungen gehören in Ägypten traditionell zu bedeutenden religiösen und staatlichen Anlässen. Auch kulturelle Großereignisse sorgten für Aufmerksamkeit. Der weltberühmte italienische Tenor Andrea Bocelli trat am 26. Mai im Kultur- und Kunstzentrum im Zuge seiner „Romanza – 30th Anniversary World Tour” in der Neuen Verwaltungshauptstadt auf. Das Konzert galt für viele Besucher als einer der kulturellen Höhepunkte der Feiertage und verlieh der ohnehin besonderen Woche zusätzlich einen internationalen Glanz.

Kleiner blauer Tiefsee-Oktopus offiziell als neue Art registriert

Ein geheimnisvoller kleiner blauer Oktopus, der fast 1.830 Meter unter den Gewässern der Galápagos-Inseln entdeckt wurde, ist offiziell als vollkommen neue Art identifiziert worden. Obwohl das Tier bereits 2015 während einer Tiefsee-Expedition gefunden wurde, bestätigten Forschende erst jetzt, dass es sich tatsächlich um eine bisher unbekannte Oktopus-Art handelt.

Die Galápagos-Inseln sind weltweit bekannt für ihre einzigartige Tierwelt. Riesenschildkröten, Meerechsen und viele andere Arten kommen nur dort vor. Nun gehört auch ein neuer Tiefsee-Bewohner zu dieser besonderen Liste: der kleine blaue Oktopus mit dem wissenschaftlichen Namen Microeledone galapagensis. Entdeckt wurde das kleine Tier während einer Expedition mit dem Forschungsschiff E/V Nautilus. Mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs untersuchten Forschende den Meeresboden nahe eines Unterwasserbergs, als plötzlich ein winziger leuchtend blauer Oktopus über den Boden kroch. Die Begeisterung an Bord war sofort groß: „Er ist winzig!” und „Er ist blau!” waren die ersten spontanen Reaktionen des Teams.

Der Oktopus ist nur etwa so groß wie ein Golfball und fiel den Wissenschaftlern sofort auf. Ein Exemplar wurde geborgen und später von Oktopus-Expertin Janet Voight im Field Museum in Chicago untersucht. Schnell wurde klar, dass das Tier keiner bekannten Art entspricht. Besonders spannend war dabei die moderne Untersuchungsmethode. Statt den seltenen Oktopus zu öffnen, nutzten die Forschenden hochauflösende CT-Scans. Dadurch konnten innere Organe und wichtige Merkmale sichtbar gemacht werden, ohne das empfindliche Exemplar zu beschädigen. Die detailreichen 3D-Aufnahmen lieferten erstaunlich viele Informationen und halfen dabei, die neue Art offiziell zu beschreiben.

Für die Wissenschaft ist die Entdeckung ein weiterer Hinweis darauf, wie wenig wir bislang über die Tiefsee wissen. Obwohl die Ozeane den größten Teil unseres Planeten bedecken, bleiben viele ihrer Bewohner noch immer unentdeckt. Jeder neue Fund wie dieser hilft dabei, die faszinierenden und empfindlichen Ökosysteme der Tiefsee besser zu verstehen und ihren Schutz voranzubringen.

🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓

Schon gewusst? Da sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet, wandert Eid al-Adha jährlich etwa elf Tage rückwärts durch unseren Kalender. Ein islamisches Jahr besteht nämlich nur aus etwa 354 Tagen und ist damit kürzer als unser Sonnenjahr mit 365 Tagen.

Dadurch kann das Opferfest im Laufe der Jahre in ganz unterschiedliche Jahreszeiten fallen – mal in den heißen Sommer, mal in den Winter. Wer lange genug unter uns weilt, erlebt Eid al-Adha also irgendwann einmal zu jeder Jahreszeit. Schon vor über 1400 Jahren orientierten sich viele Kulturen auf der Arabischen Halbinsel am Mondkalender. Bis heute beginnt jeder islamische Monat traditionell mit der Sichtung der neuen Mondsichel am Himmel. Deshalb kann sich der genaue Beginn des Festes von Land zu Land manchmal leicht unterscheiden.

Der Mai ist fast vorüber – unsere Woche im Rückblick

Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!

Der Mai ist fast vorüber – unsere Woche im Rückblick, James & Mac Diving Center – Fotonachweise: James & Mac,