Rückblick auf eine fast sommerliche Novemberwoche
Rückblick auf eine fast sommerliche Novemberwoche
Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Unser Rückblick auf eine fast sommerliche Novemberwochet:
Ein Delfin zur Begrüßung und kleine Entdeckungen an der Balena
Wenn dich schon vor dem Ablegen ein verspielter Delfin an der Jetty begrüßt, kann die Tauchwoche eigentlich nur gut werden! Genau so begann unser Samstag bei James & Mac. Unter Wasser ging es weiter: Bei Shaab Pinky bestaunten unsere Gäste sechs Adlerrochen und einen Napoleon, während ein Team bei Fanadir Dacht Dacht gleich sieben Adlerrochen im Formationsflug erlebte.
Diana feierte ihren 100. Tauchgang, natürlich mit Kuchen! Am Sonntag lockten die ruhigen Bedingungen viele Taucher nach Norden. Am Carless Reef warteten prächtige Tischkorallen, Fischschwärme und freischwimmende Muränen. Bei Fanadir begeisterten Federschwanz-, Adler- und Mangroven-Stechrochen unsere kleine Joker-Truppe. Eine große Grüne Schildkröte mit zwei stattlichen Schiffshaltern ließ sich ebenfalls ausgiebig bewundern.
Der Montag brachte Delfinbegegnungen bei Shaab Helua – beim Tauchen und anschließend beim Schnorcheln. Rund 30 Kalmare, Milchfische und ein Adlerrochen ergänzten das Erlebnis. Andere Gäste entdeckten bei Fanadir gleich drei Schildkröten. Für die Taucher der Scharara standen neben den Übungen des AOWD-Kurses auch drei abwechslungsreiche Tauchgänge auf dem Programm.
Den Abschluss bildete das Wrack der Balena mit Schnecken, Seenadeln und Fledermausfischen. Am Dienstag zeigte sich Erg Somaya mit Adlerrochen, einem riesigen Napoleon und einer Schildkröte von seiner schönsten Seite. Bei Ham Ham genossen unsere Gäste den Gorgonienwald und vorbeiziehende Milchfische. Dirk feierte seinen 300. Tauchgang, Christoph seinen bestandenen Nitroxkurs. Herzlichen Glückwunsch euch beiden!
Schildkrötenparty und haufenweise Adlerrochen
Am Mittwoch begegneten die Taucher bei Shaab Khalifa zwei Karettschildkröten. Am Banana Reef wurden zwei Mobulas an der Oberfläche gesichtet, unter Wasser blieben sie allerdings verborgen. Dafür überraschten fünf Delfine einige Gäste bei Erg Somaya aus nächster Nähe! Jürgens 900. und Andrés 50. Tauchgang lieferten weiteren Anlass zum Feiern. Zum Donnerstag setzte Shaab Pinky noch einen drauf: Acht Adlerrochen zogen beim Sicherheitsstopp unter unseren Tauchern hindurch. Am Abu Ramada Plateau gab es Thunfische, Hornhechte und Schnapper zu beobachten.
Unsere OWD-Schüler meisterten währenddessen ihre letzten Freiwassertauchgänge bei Fanadir und durften sich anschließend über ihren Tauchschein freuen. Willkommen in der Taucherfamilie! Mit solchen Erinnerungen schmeckte das gemeinsame Feierabendgetränk an Shaab Stella gleich noch besser.
Unser Meerestier der Woche: die Riesenmuschel (Mördermuschel)
Wer beim Tauchen im Roten Meer übers Riff gleitet, entdeckt zwischen den Korallen immer wieder leuchtend blaue, grüne oder braun gemusterte Flächen. Was auf den ersten Blick wie ein besonders farbenprächtiger Teil des Riffes erscheint, ist häufig der Mantel einer Riesenmuschel. Drei Arten sind hier heimisch: Tridacna maxima, Tridacna squamosa und die ausgesprochen seltene Tridacna squamosina, die ausschließlich im Roten Meer vorkommt.
Am häufigsten begegnen Taucher der Kleinen Riesenmuschel Tridacna maxima. Sie kann trotz ihres Namens rund 35 Zentimeter groß werden und wächst meist fest eingebettet in Korallen oder Kalkgestein. Von ihr sind deshalb oft nur der gezackte Schalenrand und der farbige Mantel zu sehen. Tridacna squamosa liegt dagegen häufig freier auf dem Untergrund und lässt sich an den auffälligen, blattartigen Schuppen ihrer Schale erkennen.
Riesenmuscheln sind faszinierende Mischköstler. Sie filtern Plankton und organische Partikel aus dem Wasser, beziehen aber einen großen Teil ihrer Energie von winzigen Algen, die in ihrem Mantel leben. Mithilfe des Sonnenlichts betreiben diese Photosynthese und versorgen ihren Wirt mit Nährstoffen. Im Gegenzug bietet die Muschel ihnen einen geschützten Lebensraum. Diese Partnerschaft erklärt, weshalb Riesenmuscheln überwiegend in hellen, flachen Riffbereichen anzutreffen sind.
Auf dem Mantel sitzen mehrere Hundert winzige Lochkameraaugen. Sie erzeugen keine scharfen Bilder, erkennen jedoch Lichtveränderungen und Bewegungen. Fällt der Schatten eines Tauchers auf die Muschel, zieht sie ihren Mantel zurück und schließt ihre Schale. Berühren oder wiederholtes Beschatten sollte man deshalb unbedingt vermeiden.
Die Geschichten von gefährlichen „Mördermuscheln” gehören übrigens ins Reich der Legenden. Riesenmuscheln sind friedliche Filtrierer und keine Fallen für unvorsichtige Taucher. Für das Riff sind sie dagegen ausgesprochen wertvoll: Sie binden Nährstoffe, produzieren Kalk und bieten zahlreichen kleinen Lebewesen einen Lebensraum. Wer ihnen beim Tauchen etwas Zeit schenkt und genügend Abstand hält, entdeckt in ihnen weit mehr als nur einen besonders schönen Farbtupfer im Roten Meer.
Doppelt so viel Datenvolumen für den gleichen Preis im Festnetz
Normalerweise wird alles teurer – umso schöner, wenn es zwischendurch gute Nachrichten gibt! In Ägypten bekommen Nutzer des günstigsten Festnetz-Internettarifs jetzt doppelt so viel Datenvolumen zum gleichen Preis. Seit dem 1. November 2026 umfasst das Basispaket für monatlich 150 ägyptische Pfund vor Steuern statt bisher 50 nun 100 Gigabyte. Die ägyptische Telekommunikationsregulierungsbehörde NTRA hat die Anbieter angewiesen, die Verdopplung umzusetzen. Die Maßnahme geht auf Empfehlungen des Forums „Ägypten 2026″ zurück und wurde von Premierminister Mostafa Madbouly angekündigt. Sie soll vor allem Haushalte entlasten und mehr Menschen einen erschwinglichen Zugang zur digitalen Welt ermöglichen.
Denn anders als bei einer klassischen Internetflatrate steht bei ägyptischen Anschlüssen jeden Monat ein bestimmtes Datenvolumen zur Verfügung. Ob Videotelefonate mit der Familie, Onlineunterricht, Arbeit am Computer oder die Lieblingsserie am Abend: All das verbraucht Daten. Mit dem größeren Paket bleibt künftig mehr Spielraum, bevor das monatliche Volumen ausgeschöpft ist. Gerade wenn mehrere Familienmitglieder denselben Anschluss nutzen, kann dieser zusätzliche Puffer im Alltag einen Unterschied machen. Der günstige Einstiegstarif war erst im Mai eingeführt worden und richtet sich besonders an Menschen mit geringerem Verbrauch. Die jetzige Verdopplung gilt ausdrücklich für dieses Basispaket.
Für größere Festnetzpakete, mobiles Internet oder drahtlose Internetangebote für zu Hause wurde keine entsprechende Erhöhung angekündigt. Staatliche Internetseiten und Bildungswebsites sollen außerdem auch nach Verbrauch des Datenvolumens weiterhin kostenlos erreichbar bleiben.
Wie wichtig bezahlbares Internet geworden ist, zeigt auch die Entwicklung im Land: Im August zählte Ägypten rund 13,16 Millionen Festnetz-Breitbandanschlüsse, gegenüber 12,24 Millionen ein Jahr zuvor. Mit der wachsenden Nutzung steigen zugleich die Anforderungen an den Netzausbau und die Qualität der Verbindungen.
Natürlich löst ein größeres Datenpaket nicht sämtliche Herausforderungen des digitalen Alltags. Aber doppelt so viel Volumen ohne Aufpreis ist eine erfreuliche Nachricht – und eine Abwechslung zu den Preiserhöhungen, an die wir uns inzwischen schon gewöhnt haben.
Das neunte ägyptische Dattelfestival ist vorüber
Wer an Ägypten denkt, hat wahrscheinlich zuerst Pyramiden oder das Rote Meer vor Augen. Doch zu Ägypten gehören auch die unzähligen Dattelpalmen, die das Bild der Oasen und des Niltals prägen. Ihre süßen Früchte sind seit Jahrtausenden fester Bestandteil des ägyptischen Lebens und inzwischen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mit einer jährlichen Ernte von mehr als 1,8 Millionen Tonnen ist Ägypten der weltweit größte Dattelproduzent und liefert rund 19 Prozent der weltweiten Produktion. Grund genug, die beliebte Frucht gebührend zu feiern! Vor Kurzem fand in der malerischen Oase Siwa das neunte Internationale Ägyptische Dattelfestival statt. Landwirte, Produzenten und Wissenschaftler kamen zusammen, um über Anbau, Verarbeitung und internationale Vermarktung zu diskutieren.
Besonders spannend ist dabei der Export. Denn während man in Ägypten frische Datteln auf den Märkten oft gleich kiloweise kaufen kann, legen die süßen Früchte oftmals eine weite Reise zurück. Nach der Ernte werden sie sorgfältig sortiert, gereinigt, verpackt und für den Transport vorbereitet. Anschließend landen sie beispielsweise in deutschen Supermärkten, Bioläden oder orientalischen Lebensmittelgeschäften. Ob pur als süßer Snack, gefüllt mit Mandeln oder als natürliche Süße im Kuchen – Datteln sind vielseitig und längst nicht mehr nur zur Weihnachtszeit gefragt.
Für Ägyptens Landwirte eröffnet der Export neue Absatzmöglichkeiten, macht aber auch hohe Qualitätsstandards und moderne Lagertechnik erforderlich. Doch die Dattelpalme kann noch viel mehr. Sie trotzt großer Hitze, Wasserknappheit und salzhaltigen Böden und ist damit bestens an das Wüstenklima angepasst. Trotzdem stellen Klimawandel, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge wie der Rote Palmrüssler die Landwirte vor Herausforderungen.
Besonders stolz darf die Oase Siwa auf ihre jahrhundertealte Anbautradition sein. Bereits 2016 würdigte die Welternährungsorganisation FAO ihr einzigartiges landwirtschaftliches System als weltweit bedeutendes Agrarkulturerbe. Ob auf einem traditionellen Markt, als kleine Aufmerksamkeit vom Hotel oder direkt aus einer der vielen Oasen – die süßen Früchte gehören einfach zu Ägypten dazu.
🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓
Schon gewusst? Im Suezkanal brauchen selbst die größten Frachter keinen Aufzug! Schleusen funktionieren für Schiffe wie Wasseraufzüge: Sie heben oder senken sie, damit sie Höhenunterschiede auf einer Wasserstraße überwinden können. Der Suezkanal verbindet dagegen das Mittelmeer und das Rote Meer nahezu auf derselben Höhe. Seine Fahrrinne verläuft durchgehend auf Meeresniveau – deshalb kommen die Schiffe ohne eine einzige Schleuse aus.
Ganz still steht das Wasser deshalb allerdings nicht. Gezeiten und leichte Unterschiede im Wasserstand sorgen auch hier für Strömungen. „Ungefähr gleich hoch“ bedeutet also keineswegs „glatt wie ein Swimmingpool“. Für die Kapitäne heißt das jedenfalls: einmal quer durch Ägypten, ohne unterwegs Stockwerke wechseln zu müssen. Klingt entspannt, oder? 😊
Rückblick auf eine fast sommerliche Novemberwoche
Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!
Rückblick auf eine fast sommerliche Novemberwoche, James & Mac Diving Center – Fotonachweise: James & Mac