Eine ruhige Winterwoche in Hurghada

Eine ruhige Winterwoche in Hurghada

Eine ruhige Winterwoche in Hurghada

Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Hier kommt Neues aus Ägypten – eine ruhige Winterwoche in Hurghada:

Gemütliche Wracktour mit viel Wind

Tauchen und Entspannen unter der Wintersonne

Auch in dieser Januarwoche ginge es bei uns wieder sehr entspannt zu. Wir haben unsere Tage wie immer mit Tauchen verbracht und durften uns wieder über schönes und weitgehend windstilles Winterwetter freuen. Weil recht wenig los ist momentan, haben wir uns meistens mit unserer Schwesterbasis, dem Blue Water Dive Resort zusammengetan und sind gemeinsam hinaus aufs Rote Meer gefahren.

Ein echtes Highlight in der letzten Woche war unsere gemeinsame Fahrt nach Abu Nuhas. Vom Blue Water aus ging es los Richtung Norden und nach etwa drei Stunden haben wir direkt über der Giannis D festgemacht. Da unsere Bahlul momentan auf dem Trockendock für die kommende Saison vorbereitet wird, ging es mit der Vardus auf die Reise. Ein großer Vorteil an der aktuellen Nebensaison ist, dass man die meisten Tauchplätze ganz für sich alleine hat. So konnten wir uns auch in Abu Nuhas richtig austoben. Nach der Giannis D entschieden wir uns für einen echten Abu-Nuhas-Klassiker: Wir sprangen bei der Kimon M ins Wasser und tauchten von hier aus die knapp fünfminütige Strecke am Riff entlang zur Chrisoula K. Auf diese Weise kann man beide Wracks entspannt betauchen.

Auch unserer kleinen Balena statteten wir einen Besuch ab. Weil das Licht hier morgens am schönsten ist, machten wir gleich unseren ersten tauchgang hier. Nicht nur unser AOWD-Schüler, auch der Rest der kleinen Gruppe war begeistert von der guten Sicht. Zum Aufwärmen nach dem Tauchen gab es anschließend ein warmes Sonnenbad, bevor es weiter zu den anderen Tauchplätzen ging.

Was natürlich in keiner Winterwoche nie fehlen darf, ist ein Ausflug nach Fanadir. Auch diesmal gaben sich wieder diverse Rochen die Ehre. Vom Federschwanz über Adlerrochen bis hin zum Mangroven-Stechrochen war alles dabei. Und so ging auch diese ruhige Woche zu Ende und wir freuen uns auf die nächste!

Unser Meerestier der Woche: Die Pyjama-Nacktschnecke

Bei unseren Tauchgängen im Roten Meer sind wir immer auf der Suche nach etwas Besonderem. Doch nicht immer sind es Haie oder Schildkröten, die einen Tauchgang unvergesslich machen. Manchmal liegt das Highlight gut getarnt – oder im Fall der Pyjama-Nacktschnecke (Chromodoris quadricolor) überraschend auffällig – direkt auf dem Riff.

Diese kleine, aber spektakulär gefärbte Nacktschnecke gehört zu den bekanntesten Vertretern ihrer Familie. Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrem Aussehen: Die schwarzen Längsstreifen auf hellem Grund, eingerahmt von kräftigem Orange, erinnern tatsächlich ein wenig an einen gestreiften Pyjama. Zusammen mit den orangefarbenen Rhinophoren und Kiemen ist sie unter Wasser kaum zu übersehen, vorausgesetzt, man nimmt sich Zeit zum Suchen.

Das Rote Meer ist eines der klassischen Verbreitungsgebiete der Pyjama-Nacktschnecke. Sie lebt hier bevorzugt auf flachen Korallenriffen, auch das ein oder andere Wrack ist ihre neue Heimat. Besonders häufig entdeckt man sie auf oder in der Nähe bestimmter Schwämme, denn diese stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan.

Dabei ist die Pyjama-Nacktschnecke nicht nur hübsch, sondern auch clever: Sie nimmt aus ihren Beuteschwämmen chemische Stoffe auf und speichert sie in ihrem Körper. Diese dienen ihr als wirksamer Schutz vor Fressfeinden. Die auffällige Färbung ist also kein Zufall, sondern eine klare Warnung. Dies ist ein Prinzip, das man bei vielen farbenprächtigen Rifforganismen findet.

Für uns Taucherinnen und Taucher lohnt es sich besonders, bei langsamen Rifftauchgängen oder beim Erkunden von Korallenblöcken und Überhängen die Augen offen zu halten. Wer nicht nur auf die „Großen” achtet, entdeckt im Roten Meer eine faszinierende Welt im Miniaturformat. Die Pyjama-Nacktschnecke ist ein perfektes Beispiel dafür, wie reich und vielfältig die Unterwasserwelt vor Hurghada ist und warum es sich lohnt, auch den kleinen Bewohnern des Riffs Aufmerksamkeit zu schenken. Manchmal sind es eben genau diese stillen Begegnungen, die einen Tauchgang besonders machen.

Ägypten beendet Zollbefreiung für aus dem Ausland mitgebrachte Handys

Ägypten hat seine Regelungen für importierte Mobiltelefone erneut angepasst. Seit letzter Woche ist die bisherige Sonderregelung, die es im Ausland lebenden Ägyptern erlaubte, ein Mobiltelefon zollfrei ins Land zu bringen, ebenfalls Geschichte. Nun können auch sie ihr mitgebrachtes Handy nach der Einreise in Ägypten nur noch 90 Tage benutzen, ohne es kostenpflichtig zu registrieren. Danach funktioniert das Mobiltelefon nicht mehr mit einer ägyptischen SIM-Karte, bis man es gebührenpflichtig entsperrt. Die Kosten für die Entsperrung belaufen sich auf knapp 40 % des Handy-Neupreises. Bezahlen kann man die Gebühr ausschließlich über die Telephony-App, die es nur im ägyptischen Playstore gibt. Für ausländische Besucher Ägyptens gilt diese Regelung schon seit September letzten Jahres.

Offensichtlich gibt es laut ägyptischen Medienberichten eine weitere Neuerung speziell für Touristen: Ab sofort kann man sein Handy durchgängig ohne Entsperrung bei jedem Urlaub 90 Tage lang benutzen, wenn man sich jedes Mal bei der Einreise eine neue SIM-Karte kauft. Diese muss auf den eigenen Namen gekauft werden. So funktionieren dann Mobiltelefone, die nach dem 01.01.2025 zum ersten Mal ins ägyptische Netz eingeloggt waren, auch beim zweiten und dritten Aufenthalt in Ägypten, ohne dass man die Registrierungsgebühr zahlen muss. Erfahrungsberichte gibt es natürlich hierzu noch keine, deshalb ist ein mobiler Router immer noch eine gute Wahl.

Die ägyptische Zollbehörde und die NTRA bekräftigen zudem nochmals, dass diese Steuern und Gebühren nicht rückwirkend auf Geräte angewendet werden, die vor Inkrafttreten dieser Entscheidung von der Befreiung profitiert haben.

Laut eines offiziellen Statements der NTRA hat die Umsetzung des Systems bisher dazu beigetragen, dass die Mobiltelefonindustrie in Ägypten im Jahr 2025 einen qualitativen Entwicklungssprung gemacht hat. Die neuesten weltweit hergestellten Modelle sind in allen Verkaufsstellen und offiziellen ägyptischen Niederlassungen internationaler Marken verfügbar, mit identischen technischen Spezifikationen und internationalen Qualitätsstandards wie ihre im Ausland hergestellten Pendants.

Will Smith besucht die Pyramiden von Gizeh

Wer sich kürzlich in der Nähe der Pyramiden aufhielt und dachte, er habe Will Smith gesehen – er war es wirklich! 🙂 Will Smiths diesjähriger Besuch in Ägypten war tatsächlich mehr als ein gewöhnlicher Promi-Abstecher. Der Hollywood-Star nutzte seine Reise, um in die Geschichte eines der faszinierendsten Orte der Welt einzutauchen: die Pyramiden von Gizeh. Begleitet von hochrangigen ägyptischen Altertumsexperten erhielt Smith einen seltenen Einblick in die archäologische und kulturelle Bedeutung der jahrtausendealten Monumente.

Er erkundete diesmal auch das Innere der Großen Pyramide von Cheops. Dort schob er sich durch enge Gänge und Kammern, staunte über die architektonische Präzision und beschrieb das Erlebnis später als zutiefst Ehrfurcht gebietend. In Gesprächen mit Archäologen zeigte Smith großes Interesse an antiken Bautechniken und dem historischen Kontext der Bauwerke. Seine Bewunderung für den Einfallsreichtum der alten Ägypter war dabei deutlich spürbar. Auch auf Social Media ließ Will Smith seine Fans an dem besonderen Moment teilhaben. Mit gewohntem Humor teilte er Videos vom Giza-Plateau und kommentierte augenzwinkernd, dass man vor den Pyramiden unbedingt eine 360-Grad-Aufnahme machen müsse. Die Clips, unterlegt mit zeitgenössischer arabischer Musik, gingen viral und trugen dazu bei, die weltweite Aufmerksamkeit erneut auf Ägyptens kulturelles Erbe zu lenken.

Der Besuch knüpft thematisch an Smiths dokumentarische Arbeit an, insbesondere an die National-Geographic-Reihe Pole to Pole, in der er verschiedene Kulturen, Landschaften und Geschichten unseres Planeten erkundet. Wie in der Serie stand auch in Ägypten nicht der Star selbst, sondern das Staunen, Lernen und der respektvolle Blick auf die Geschichte im Vordergrund.

Bereits 2017 hatte Will Smith Ägypten mit seiner Familie besucht und den Sonnenaufgang über dem Giza-Plateau als einen der unvergesslichsten Momente seines Lebens bezeichnet. In diesem Jahr kündigte er an, im Frühjahr erneut mit seiner Familie zurückzukehren, um das kulturelle Erbe des Landes weiter zu entdecken.

🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓

Schon gewusst? Haie im Roten Meer sind keine lästigen Unruhestifter, sondern echte Schlüsselspieler im Riff-Ökosystem: Als Spitzenprädatoren helfen sie, die Balance der Fischpopulationen zu halten, indem sie schwache oder übermäßig häufige Arten kontrollieren und so für Vielfalt und Stabilität unter Wasser sorgen. 

Ihre Anwesenheit zeigt, dass ein Riff gesund ist, weil es einen funktionierenden Nahrungsnetz-Kreislauf gibt. Ohne diese natürlichen Räuber würden viele andere Arten aus dem Gleichgewicht geraten und ganze Lebensgemeinschaften, etwa Korallenriffe, darunter leiden. 

Eine ruhige Winterwoche in Hurghada

Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!

Eine ruhige Winterwoche in Hurghada, James & Mac Diving Center – Fotonachweise: James & Mac,