Unser Wochenbericht startet ins Jahr 2026

Unser Wochenbericht startet ins Jahr 2026

Unser Wochenbericht startet ins Jahr 2026

Willkommen zu unserem aktuellen Wochenbericht vom Roten Meer! Jede Woche nehmen wir euch hier mit in die faszinierende Unterwasserwelt Ägyptens, berichten von spannenden Tauchgängen, stellen unseren Fisch der Woche vor und werfen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen aus dem Land der Pharaonen. Außerdem gibt es immer wieder nützliche Tipps und Empfehlungen für alle, die ihren Urlaub in Ägypten noch entspannter und erlebnisreicher gestalten möchten. Viel Spaß beim Lesen und Abtauchen! Unser Wochenbericht startet ins Jahr 2026:

Tauchgang an der Salem Express

Wir machen auch an Neujahr keine Tauchpause

Auch am Roten Meer neigte sich das alte Jahr seinem Ende zu und wir tauchten fleißig ab. Der Wettergott war uns auch über den Jahreswechsel gewogen. Wir durften eine Woche voll mit Sonnenschein und ganz ohne Wind genießen. Das nutzten wir natürlich aus und steuerten mit unserer Bahlul die weiter entfernten Tauchziele an. Bei 24 Grad Wassertemperatur lässt es sich immer noch gut aushalten, vor allem, wenn man sich in der Sonne gleich wieder aufwärmen kann. 

Das herrliche Wetter nahmen wir zum Anlass, mal wieder die großen Wracks aufzusuchen. So machten wir uns am Sonntagmorgen auf den Weg in den Süden zur Salem Express. Unsere Gäste hatten sich einen Ausflug dorthin gewünscht. Auch für uns ist die Salem Express immer noch ein ganz besonderer Tauchplatz. Wir tauchen dort mit dem nötigen Respekt und freuen uns über das neue Leben in Form von Schwarmfisch, Korallen und dem ein oder anderen Krokodilfisch, der sich hier eine neue Heimat gesucht hat.

Am Silvestertag gings erneut zu einem großen Wrack, diesmal nicht im Süden, sondern im Norden bei Shaab Ali im Sinai. Die Wrackliebhaber unter unseren Gästen hatten sich einen Tagesausflug zur Thistlegorm gewünscht. Und na klar – diesen Wunsch erfüllen wir gerne, zumal bei diesen traumhaften Bedingungen. Was kann es Schöneres geben, als am letzten Tag des Jahres zwei außergewöhnliche Tauchgänge zu machen? Das behält man lange in schöner Erinnerung!

Wie es die Tradition will, machten wir natürlich auch am Neujahrstag keine Tauchpause. Nach dem Ausschlafen und einem ausgiebigen Neujahrsfrühstück ging es dann gegen Mittag los zum Antauchen des Jahres 2026. Da das Wetter immer noch sein Bestes gab, konnten wir uns in den Norden aufmachen und einen wunderschönen ersten Tauchgang im neuen Jahr erleben. Das neue Tauchjahr hat begonnen – wir freuen uns auf viele schöne Tauchgänge!

Unser Meerestier der Woche: Der Rotmeer-Röhrenaal

Wer rund um Hurghada taucht, kennt das Gefühl: Man schwebt über scheinbar leeren Sandflächen, bis sich plötzlich Bewegung zeigt. Genau dort beginnt die Begegnung mit Gorgasia sillneri, einem der stillen, leicht übersehenen Bewohner dieser Region. Wir kennen ihn unter dem Namen Rotmeer-Röhrenaal. Diese Sandaal-Art wurde erst 1992 wissenschaftlich beschrieben und ist ausschließlich aus dem Roten Meer bekannt.

Der Gorgasia sillneri gehört zur Familie der Meeraale (Congridae) und teilt das typische Erscheinungsbild der Röhrenaale: ein extrem langgestreckter, aalartiger Körper ohne Schuppen, große Augen und ein vergleichsweise kleines Maul. Meist steckt der Großteil des Körpers unsichtbar im Sand, während nur die obere Körperhälfte aus dem Boden ragt. Gerade deshalb braucht es beim Tauchen vor allem eines: Geduld und Ruhe. Schon kleine, hektische Bewegungen reichen aus und alle Ale verschwinden blitzschnell in ihrem Sandloch. Das geschieht so schnell, dass man oft zweifelt, ob man sie wirklich gesehen hat.

Bleibt man jedoch ruhig und bewegt sich langsam, kann sich ein ganz anderes Bild zeigen. Wenn die Röhrenaale keine Unruhe wahrnehmen, bleiben sie draußen und beginnen ihr charakteristisches „Tänzchen”. Mit dem Körper im Sand verankert, wiegen sie sich im Wasser und folgt den Strömungen. In solchen Momenten kann man ihnen tatsächlich sehr lange zusehen, denn dieses Verhalten hält an, solange keine Störung erfolgt. Für uns Taucher sind genau diese stillen Beobachtungen das eigentliche Highlight manch eines Tauchgangs im Roten Meer.

Über die Lebensweise dieser Art ist insgesamt wenig bekannt. Details zu Fortpflanzung, genauer Tiefenverteilung oder Bestandsgröße fehlen bislang. Auch deshalb besitzt der Gorgasia sillneri keinen offiziellen Schutzstatus. Gerade das macht jede Sichtung besonders: Sie erinnert daran, dass selbst in beliebten Tauchgebieten wie Hurghada noch nicht alles vollständig untersucht und beschrieben ist und dass man manchmal einfach innehalten muss, um die faszinierenden Details des Meereslebens wirklich zu sehen.

Programm für Straßenhunde in Ägypten gestartet

Ägypten hat ein landesweites Programm zur Kontrolle von schätzungsweise 10 bis 11 Millionen streunenden Hunden gestartet. Ziel ist es, langfristige, humane Lösungen umzusetzen, die sowohl den Schutz der öffentlichen Gesundheit als auch das Wohlergehen der Tiere gewährleisten. Kern des Programms ist der Bau von zwölf Tierheimen in mehreren Governoraten sowie die Anwendung des international anerkannten Prinzips des Einfangens, Kastrierens, Impfens und anschließenden Freilassens. Das neue Vorgehen soll frühere Methoden ersetzen und orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie internationalen Standards. Die Umsetzung erfolgt landesweit in enger Abstimmung mit den Gouverneuren auf Grundlage des Gesetzes Nr. 29 von 2023 zur Regulierung der Tierhaltung.

Um der hohen Zahl zu begegnen, wurden in zwölf Governoraten geeignete Grundstücke für Tierheime bereitgestellt. Diese befinden sich am Stadtrand, fernab dicht besiedelter Wohngebiete. In einer ersten Phase entstehen Einrichtungen in Kairo, Giza, Beheira und Gharbia, Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung. In Kairo ist dafür ein Gelände in der Wüstenregion El-Tebbin vorgesehen, mehrere Kilometer von Wohngebieten entfernt.

Die eingefangenen Hunde sollen geimpft, medizinisch versorgt und sterilisiert werden. Anschließend werden sie entweder in ihre ursprünglichen Lebensräume zurückgebracht, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten, oder in Tierheimen untergebracht. Aggressive Tiere oder Hunde mit Verdacht auf Tollwut werden vorsorglich isoliert. Das Töten oder Vergiften von Hunden ist ausdrücklich ausgeschlossen und entspricht der Tollwut-Strategie der Weltgesundheitsorganisation für das Jahr 2030. Hunde in den Tierheimen sollen zudem zur legalen Adoption freigegeben werden.

Zur Umsetzung des Programms plant die Regierung die Einstellung von rund 2500 Tierärzten, um Impfungen, Sterilisationen und die kontinuierliche Betreuung sicherzustellen. Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus dem Staatshaushalt und wird durch Beiträge von zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie internationalen Partnern ergänzt. Tierschutzorganisationen begrüßen das Programm als wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen, wissenschaftlich fundierten und humanen Lösung für eines der drängendsten Tierschutzprobleme des Landes.

Das zweite Sonnenboot wird im GEM vor Publikum restauriert

Im Großen Ägyptischen Museum (GEM) nahe der Pyramiden von Gizeh hat ein außergewöhnliches Restaurierungsprojekt begonnen: Der erste Holzträger des zweiten Sonnenbootes von König Cheops wurde installiert. Dies markiert den Start der schrittweisen Rekonstruktion eines der bedeutendsten archäologischen Funde Ägyptens. Besucher können den gesamten Prozess live verfolgen. Dies ist ein bisher weltweit einzigartiger Ansatz in der Museumsarbeit. An der feierlichen Installation nahmen unter anderem Tourismus- und Antikenminister Sherif Fathy, der GEM-Geschäftsführer Dr. Ahmed Ghoneim sowie Vertreter der japanischen Entwicklungsagentur JICA teil. Das Projekt ist das Ergebnis jahrzehntelanger ägyptisch-japanischer Zusammenarbeit und zählt zu den komplexesten Restaurierungsvorhaben der modernen Archäologie.

Das zweite Sonnenboot war über Jahrtausende in einer Kalksteingrube neben der Großen Pyramide verborgen und wurde in äußerst fragilem Zustand ans Tageslicht gebracht. Moderne Dokumentationstechniken, Umweltanalysen und hochentwickelte Konservierungsmethoden machten es möglich, die rund 1.650 Holzteile zu sichern und für die Wiederzusammensetzung vorzubereiten. Die Konservierungsarbeiten begannen 2022, nachdem die Bauteile aus der südlichen Grube geborgen und in spezialisierten Laboren stabilisiert worden waren.

In den kommenden vier Jahren entsteht im neu errichteten Cheops-Boot-Museum Schritt für Schritt ein rund 42 Meter langes Schiff. Das zweite Sonnenboot unterscheidet sich in Konstruktion und Design von dem bereits ausgestellten ersten Boot und liefert neue Erkenntnisse über den Schiffbau der vierten Dynastie. Seine Bauweise zeugt vom fortgeschrittenen technischen und maritimen Wissen der alten Ägypter. Das Restaurierungsprojekt geht weit über die Rekonstruktion eines antiken Objekts hinaus. Es macht den gesamten Weg des Artefakts sichtbar – von der Entdeckung über Forschung und Konservierung bis hin zur Wiederbelebung. Gleichzeitig eröffnet es neue Perspektiven auf rituelle Vorstellungen, symbolische Bedeutungen und die religiöse Reise des Königs im Diesseits und Jenseits.

Mit diesem Projekt unterstreicht Ägypten seine führende Rolle im Schutz des weltweiten Kulturerbes und zeigt, wie Geschichte für ein modernes Publikum lebendig erfahrbar gemacht werden kann.

🤓 Unser Schlaumeier der Woche - Halbwissen für echte Profis 🤓

Schon gewusst? Im Alten Ägypten begann das neue Jahr nicht im Winter, sondern mitten im Sommer. Neujahr, genannt Wepet Renpet, startete mit dem ersten Wiedererscheinen des Sterns Sirius am Morgenhimmel – ein sicheres Zeichen für die bevorstehende Nilflut. Dieses Ereignis versprach fruchtbares Land und neues Leben, weshalb der Jahresbeginn weniger ein lauter Countdown war, sondern ein hoffnungsvoller Neustart im Einklang mit Natur und Sternen.

Unser Wochenbericht startet ins Jahr 2026

Wir hoffen, euch hat unser Wochenbericht gefallen. Bleibt neugierig, passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal, mit neuen Eindrücken aus dem Land zwischen Wüste und Wasser!

Unser Wochenbericht startet ins Jahr 2026r, James & Mac Diving Center – Fotonachweise: James & Mac,