News vom Roten Meer: Die letzte Woche

21.08.2021

Gläser Strand

News vom Roten Meer: Die letzte Woche

Auch in dieser Woche waren unsere Tauchlehrer wieder auf dem Roten Meer unterwegs und hatten von ihren Tauchausfahrten einiges zu berichten. Doch nicht nur bei uns in Hurghada war was los. Auch woanders in Ägypten passierten aufregende Dinge. Hier sind die News vom Roten Meer: Die letzte Woche

News vom Roten Meer: Die letzte Woche

Gitarrenrochen, Delfine und eine steife Brise

Die vergangene Woche gab alles in Sachen „Wind”. Dies war schon morgens an der Windreferenz „Palmen” sehr gut zu erkennen. Somit standen hauptsächlich windgeschützte Tauchplätze auf dem Programm. Hierfür kamen vor allem die Divespots zwischen den Giftun Inseln in Frage, aber auch einige andere. Wie gut, dass Hurghada da doch eine große Auswahl zu bieten hat!

Hai-di unter ihrer Tischkoralle in Shaab Dorfa war natürlich wie so oft in den letzten Wochen ein gefragtes Fotomotiv, aber auch die bunte Fischvielfalt des Roten Meeres überzeugte immer wieder. Das 29° Grad warme Wasser führte dazu, dass man eigentlich gar nicht mehr aus dem Wasser raus wollte. Es gab Delfine, die uns zu unseren Tauchplätzen begleiteten, aber auch 30 Stück, die plötzlich aus dem Nichts auftauchten und unsere Tauchgäste überraschten. Weitere Highlights waren ein Napoleon, der kurzerhand zum Tauchbuddy wurde oder ein Gitarrenrochen, der entspannt an der Riffwand entlang glitt.

Wir machten 3 Tauchgänge an einem Tag und besuchten unser Hauswrack die Balena, die mit einem überragenden Korallenbewuchs und mit Fischen im Miniformat unsere Taucher Herzen höher schlugen liessen. Unseren akribischen Lesern wird aufgefallen sein, dass unsere liebe Tauchlehrer Kollegin Kat wieder vor Ort ist. Das ist unschwer zu erkennen an ihren Worten „Happy Bubbles, Freunde des Tauchsports” in unseren Täglichen Tauchausfahrten. Die Tage schlossen wir mit zahlreichen Stempeln für unseren Preise-Pass ab und das Taucher Latein an unserer Shaab Stella Bar kam natürlich auch nicht zu kurz. Es kehrt wieder Leben ein bei James & Mac!

News vom Roten Meer: Die letzte Woche

Die alljährliche Nilschwemme wird gefeiert

In der vergangenen Woche fand das alljährliche Fest „Flooding of the Nile celebration” statt. Das jedes Jahr am 15. August beginnende Fest kann man bis in die Zeit der Pharaonen zurück datieren. Hier zelebrieren die Bewohner Ägyptens die periodische Überschwemmungen in den Uferregionen des Nils, bei denen das Ackerland regelrecht unter Wasser gesetzt wird. Der arabische Begriff dafür heisst „Wafaa al nil”.

Die Nilschwemme nimmt ihren Anfang aufgrund eines Monsun Regens im äthiopischen Hochland mit seinen 4000 Meter hohen Bergen. Dies ereignet sich jährlich zwischen Mai und August. Der Monsun lässt den Nil ab Anfang Juli steigen und er erreicht den Höchststand Ende September/Anfang Oktober. Den tiefsten Wasserstand erreicht der Nil im Mai.

Für die Landwirtschaft Ägyptens ist nicht nur der Nil, sondern auch die Nilschwemme überlebenswichtig. Sie sorgt für die jährliche Durchfeuchtung der Felder. Vor allem aber auch der Nilschlamm, der mit der Überflutung aus den Bergen herunter geschwemmt wird, dient als Dünger für die Landwirtschaft.

Anders als wir es kennen, unterteilte man im alten Ägypten das Jahr in drei Jahreszeiten ein. Akhet, die Überschwemmung, Peret, das Wachstum und Shemu, die Ernte. Damals zeilte man das Ackerland in kleine Becken. In den drei Jahreszeiten wurden zunächst die Becken überschwemmt, danach warf man die Saat aus und am Ende stand die Ernte. Diese Methode beanspruchte den Boden nicht so sehr, so dass man die Felder nie brach liegen lassen musste und damit zwischen 2 und 12 Millionen Ägypter mit Nahrung versorgt werden konnten. In der Spätantike verfielen diese Methoden allerdings.

Seit den 70er Jahren existiert der Assuan Staudamm, der die Hochwasser kontrollieren und somit die Landwirtschaft das ganze Jahr möglich machen sollte. Trotzdem kann man das Hochwasser noch heute am Nil beobachten und auch heute verzichtet man nicht komplett auf die Methode der Überschwemmung.

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Darsteller des Dokufilms "Lift Like a Girl" bekommen Sponsor für Olympia 2024

Die lokale Fitnessmarke MOVE nimmt von jetzt an die Darsteller von „Lift Like a Girl“ Film unter ihre Fittiche, um sie bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris zu unterstützen. 

Der Dokumentarfilm begleitet eine kleine Gruppe von Gewichtheberinnen beim Training in einem bescheidenen Viertel von Alexandria. Der Film, der hauptsächlich in der Freiluftturnhalle ihres Trainers Captain Ramadan entstand, bietet einen Einblick in die gemeinsame Reise und das Innenleben dieser aufstrebenden Gewichtheberinnen. Insbesondere beleuchtet er die Entwicklung der 14 jährige Zabiba. Neben Zabibas Wandlung vom sorglosen Kind zum unermüdlich engagierten Profi zeigt die Regisseurin Mayye Zayed auch die Rolle, die Kapitän Ramadan und sein karges Trainingsgelände auf Zebibas Weg spielen.

Der Fitnessfan und Gründer von Move Egypt, Ali Ismail, war von ihrer Geschichte so bewegt, dass er mit seinem Team nach Alexandria reiste, wo sie die Gewichtheber Anlage von Captain Ramadan besuchten. Ismail beschloss, diese inspirierenden jungen Frauen vollständig zu sponsern und mit einer Weltklasse – Gewichtheber Anlage auszustatten, so dass sie auf professionellem Level trainieren können. Mit Hilfe seines Teams möchte er ihnen technisches Wissen vermitteln: „Ich war früher ein professioneller Leichtathlet und stand vor vielen Herausforderungen, um meine Leistung zu steigern“, erzählt Ismail. „Ich hatte nicht die richtigen Zutaten, die mir zum Erfolg verhalfen. Ich will diese Mädchen unterstützen, um ihnen etwas zurückzugeben, denn ich bewundere ihre Leidenschaft und ihre harte Arbeit sehr“.

Mit diesen neuen Einrichtungen sowie einem Opex-Fond, den MOVE für sie eröffnet hat und weiteren neuen Sponsoren hofft Ismail sicherzustellen, dass die jungen ägyptischen Gewichtheberinnen ihren rechtmäßigen Platz bei den kommenden Olympischen Spielen einnehmen können.

Das ZDF hat den wirklich wunderbaren und absolut sehenswerten Film bereits im März anlässlich des Weltfrauentags ins Programm genommen. Ihr könnt ihn noch bis 03.09. in der ZDF Mediathek abrufen. Es lohnt sich, diesen Film anzusehen!

Train

Ägypten plant Hochgeschwindigkeitszug ans Rote Meer

Wenn man an öffentliche Verkehrsmittel in Ägypten denkt, denkt man an Taxis und Minibusse, nicht aber an eine Zugfahrt. Ägypten verfügt zwar über das zweitgrößte Schienennetz Afrikas. Das Bahnsystem ist jedoch in großen Teilen veraltet und nicht selten kommt es zu schweren Unfällen.

Dies soll sich in Zukunft ändern. Mit Hilfe von Siemens und einigen ägyptischen Investoren soll Ägypten nun ein brandneues elektrisches Hochgeschwindigkeitsnetz bekommen. Die neuen Elektrozüge sollen in Zukunft das das ganze Land auf 1750 km Gleisen miteinander verbinden. Lärm und Umweltverschmutzung sollen so minimiert werden. Es ist vorgesehen, dass Siemens Lokomotiven, Züge sowie die Signal- und Kommunikationstechnik liefern wird, während die ägyptischen Partner Arab Contractors und Orascom die Infrastruktur bereitstellen.

In der ersten Phase soll ein Hochgeschwindigkeitszug El Alamein an der Mittelmeerküste mit Ain Sokhna am Golf von Suez verbinden. Zwischenstationen sind in Alexandria und Kairo geplant. Die 460 km lange Strecke soll 2023 fertiggestellt werden. Seit der englischen Kolonialzeit verlaufen die Strecken des Fernverkehrs der ägyptischen Bahn von Nord nach Süd. Mit ihrer West-Ost-Ausrichtung ist die geplante Strecke ein Novum.

Im zweiten Bauabschnitt soll die Strecke verlängert werden bis Marsa Matrouh. Die dritte Linie wird Luxor und Qena mit Safaga und Hurghada verbinden, während die vierte Linie die City of 6th October mit Luxor und Assuan verbinden wird. Jede Strecke soll innerhalb von zwei Jahren gebaut werden. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km sollen die Züge die Strecken in einer wesentlich kürzeren Zeit zurücklegen. So beträgt die Fahrzeit zwischen Hurghada und Luxor dann nur noch knapp 2 Stunden.

Das neue Großprojekt ist auch dazu gedacht,  neue Arbeitsplätze zu schaffen. 15.000 neue Stellen sollen insgesamt vergeben werden. Allein in der ersten Phase sollen 2.000 Ägypter einen neuen Job bekommen. Außerdem soll das Projekt dazu beitragen, den Druck von den überlasteten traditionellen Zugstrecken in Oberägypten zu nehmen.

News vom Roten Meer: Die letzte Woche

Das waren die News vom Roten Meer: Die letzte Woche. Nächste Woche gibt es wieder aktuelle Neuigkeiten von Ägypten und anderswo zu berichten, wir halten euch auf dem Laufenden!

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