Vom Roten Meer: So war unsere Woche

01.05.2021

Vom Roten Meer

Vom Roten Meer: So war unsere Woche

Auch in dieser Woche waren unsere Tauchlehrer wieder auf dem Roten Meer unterwegs und hatten von ihren Tauchausfahrten einiges zu berichten. Doch nicht nur bei uns in Hurghada war was los. Auch woanders in Ägypten sind aufregende Dinge passiert. Hier sind die News aus Ägypten vom Roten Meer: So war unsere Woche

Weissspitzen Riffhai

Unterwasser wird es Frühling

Auch Unterwasser scheint seit kurzem der Winter endgültig vorbei zu sein. Die Federschwanz Stechrochen, die man bei Fanadir Dacht und anderswo gehäuft während der kühleren Monate antrifft, haben ihr Winterquartier bereits verlassen und sind wieder woanders unterwegs. Das Wasser wird langsam wärmer, es werden schon wieder 24 Grad auf manchen Tauchcomputern angezeigt. Nicht mehr lange und man wird den langen Tauchanzug wieder gegen einen Shorty eintauschen können.

Frühling heißt auch neues Leben und das zeigt sich unter anderem in Form eines Baby Weißspitzen Riffhais, der seit kurzem in Shaab Dorfa unter einer Tischkoralle schläft. Er gilt bereits als der neue Superstar vor Hurghada. Ganz vorsichtig versuchen unsere Tauchgäste, einen Blick auf den Kleinen zu erhaschen, wann immer Shaab Dorfa als Tauchplatz ausgewählt wird. Auch Adlerrochen zeigen sich bei Shaab Dorfa wieder vermehrt, bei manchen Tauchgängen sieht man 5  Stück oder sogar mehr. Und natürlich wird es immer bunter unter Wasser. Tausende von juvenilen Schwarmfischchen umkreisen die Riffe und entzücken so manchen Taucher.

Frühlingsgefühle hat offensichtlich auch eine Schildkröte bei Shaab Pinky. Sie wurde von unseren Tauchern auf den Namen „Pinky“ getauft, war lange Zeit nicht mehr zu sehen, doch nun ist sie wieder da. Ihre Angewohnheit ist es, die Tauchgäste zu begrüßen, zu stupsen und auch mal ein Küsschen zu verteilen. Unser Gäste haben nach der Begegnung mit der Crazy Turtle jedes Mal ein dickes Grinsen auf dem Gesicht.

An Land wird es ebenfalls immer wärmer und bereits jetzt erreicht das Thermometer die 36 Grad Marke. Die erste Hitzewelle des Jahres hat uns vorgestern eingeholt und den Winter endgültig vertrieben. Es werden auch wieder „kühlere“ Tage kommen, aber die Jacken können wir jetzt schon getrost in den Schrank packen für die nächste Zeit.

Vom Roten Meer

Langes Wochenende mit Feiertagen

Seit Donnerstag haben wir hier in Ägypten ein langes Wochenende, welches bis einschliesslich Montag andauern wird. Der Grund sind verschiedene Feiertage, die an diesem Wochenende aufeinander treffen. Für alle die es noch nicht gehört haben, unser Wochenende ist am Freitag und Samstag. Zudem gibt es in Ägypten nun die Regelung, dass alle Feiertage, die unter der Woche stattfinden, auf den darauffolgenden Donnerstag verschoben werden, so dass die Ägypter ein langes Wochenende haben können. 

Am 25. April (letzten Sonntag) war hier in Ägypten der Feiertag „Sinai Liberation Day”. Dies ist der Jahrestag der Befreiung der Halbinsel Sinai von den israelischen Truppe im Jahre 1982. Diesen freien Tag hat man somit auf Donnerstag, 29. April verschoben.

Heute am Samstag, dem 1. Mai, ist wie auch in Deutschland der „Tag der Arbeit”, der sogenannte „Labor Day”. Dieser Feiertag soll an die Errungenschaften der Arbeiterbewegung erinnern. Weltweit feiert man diesen Tag in über 80 Ländern. Er fand am 1. Mai 1890 das erste Mal offiziell statt.

Am Sonntag, 2. Mai und Montag, 3. Mai feiern die orthodoxen Christen ihr Osterfest. Diese Tage sind gleichzusetzen mit unserem Ostersonntag und Ostermontag. Am 3. Mai feiert das ganze Land allerdings auch den Feiertag „Sham El-Nessim”, der immer zeitgleich mit dem Ostermontag stattfindet. Sham El-Nessim ist ein Fest, welches die Ankunft des Frühlings feiert und bis 2700 v.Chr. zurückgeführt werden kann. Der Wechsel der Jahreszeiten und insbesondere die Auswirkungen auf den Nil waren wichtige Ereignisse im Leben aller Ägypter. Aus diesem Grund taufte man das Fest auf den Namen „Shamo” – Erneuerung des Lebens. Später erhielt es dann den Namen „Sham El-Nessim”, was soviel bedeutet wie „die Brise riechen”. 

Die erste Hitzewelle des Jahres

Passend zu diesen Tagen erreichte Ägypten seit Donnerstag eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad. In diesen Tagen ist normalerweise ganz Ägypten auf den Beinen und in Parks, auf den Straßen oder am Strand anzutreffen. Da wird uns aktuell im Ramadan befinden, legt man die Feierlichkeiten somit eher auf die Abendstunden.

Übrigens: Sham El-Nessim ist an diesen Tagen vor allem mit einer Spezialität verbunden: Feseekh, gesalzener Fisch. Hierbei wäre aber zu beachten, dass dieser Magenverstimmungen verursachen kann und auch schon zu Lebensmittelvergiftungen geführt hat. Hier ist also für jeden Tourist Vorsicht geboten!

Vom Roten Meer

Erleichterungen für Einreisende aus Risikogebieten

Personen, die bereits an Covid 19 erkrankt waren und als vollständig geheilt gelten oder bereits zweimal gegen Corona geimpfte Reisende sollen schon bald aus Risikogebieten ohne Mutation nach Deutschland einreisen können, ohne eine Quarantäne einhalten zu müssen. Die Bundesregierung ist offensichtlich bereits kurz davor, eine entsprechende Verordnung auf den Weg zu bringen. Dies wurde auf dem „Impfgipfel“ letzten Montag beschlossen. Über die Sonderrechte soll bis zum 28. Mai entschieden werden, dann findet das nächste Treffen statt.

Unabhängig von den endgültigen Beschlüssen Ende Mai werden es jetzt schon immer mehr Bundesländer, die die Quarantäne nach dem Aufenthalt in Risikoländern ohne Mutation für Reiserückkehrer lockern. Darüber hinaus gibt es in Nordrhein Westfalen generell keine Quarantäne für die Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten. Diese hat man bereits letztes Jahr abgeschafft. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen jedoch eine 14tägige Quarantäne einhalten.

Als erstes Bundesland schaffte Rheinland-Pfalz die Quarantäne ab. Nach und nach folgten dann Bayern, Hessen, Niedersachsen und nun auch Brandenburg und das Saarland. Insgesamt sind das zum aktuellen Zeitpunkt 7 Bundesländer, in den man sich nach einem Urlaub in einem Hochinzidenz Risikogebiet ohne Virusvariante nicht mehr in häusliche Isolation begeben muss, wenn man bereits seit 14 Tagen vollständig geimpft oder genesen ist.

Uns ist selbstverständlich bewusst, dass diese Regelungen im Moment für relativ wenige Urlauber relevant sind, da bisher nur bestimmte Personen- und Berufsgruppen beide Impfungen erhalten konnten und manche sich aus verschiedenen Gründen nicht impfen lassen möchten öder können. Auch ist es wichtig, sich im jeweiligen Bundesland immer über die aktuellen Regeln zu informieren. Für uns sind diese Lockerungen jedoch ein weiterer Lichtblick und ein weiterer Schritt in eine positive Richtung.

Vom Roten Meer

Das Rote Meer ist viel älter als gedacht

Das Rote Meer, unsere Heimat und das Ziel vieler Besucher und Ägypten Liebhaber. Dieses schmale und 2250 km lange Meer mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 538 m steht aktuell im Zentrum einiger Geologen. Vor kurzem wurde herausgefunden, dass das Rote Meer anscheinend viel älter ist als ursprünglich angenommen. Das Rote Meer ist eine geologisch aktive Spreizungszone mit aufquellendem Magma. Spreizungszonen sind Gebirgsketten unter den Ozeanen. Das aufsteigende Magma bewirkt, dass sich ein Gebirgszug bildet. Dadurch entsteht das Auseinanderdriften der Afrikanischen und der Arabischen Platte. Seinen aktuellen Zustand erreichte das Meer allerdings erst vor knapp 5000 Jahren.

Vor kurzem haben Forscher aus Kiel ein tektonisches Modell veröffentlicht, das belegt, dass das Rote Meer mit 13 Millionen Jahren viel älter ist als gedacht. Zudem belegten sie, dass unter dem Meer ein vollständig entwickeltes Ozeanbecken verläuft. Obwohl das Meer an der weitesten Stelle nur 335 m breit ist und aufgrund dieser Maße wie ein große Becken aussieht, fragt man sich nun „ Ist es ein Ozean oder kein Ozean?“.

Es war besonders schwer, den Meeresgrund zu erforschen, da der Boden von mächtigen Sediment- und Salzschichten bedeckt wird. Mit Hilfe von Karten des Meeresbodens, Gesteinsproben und Erdbeben hat man nun Daten erarbeitet. Diese wurden mit Messungen von Schwereanomalien abgeglichen. Die Ergebnisse wurden mit den Daten Mittelozeanischer Rücken verglichen und man fand heraus, dass das Rote Meer auf einer ozeanischen Erdkruste ruht. Es wurden Gesteinsproben analysiert, die geochemisch dem Material aus anderen ozeanischen Krusten ähnlich sind. Mit diesen Erkenntnissen belegte das Team, dass sich das Rote Meer vor 13 Millionen Jahren zu spreizen begann und schon lange kein Baby-Ozean mehr ist. 

Die neuste Erkenntnis der Wissenschaft wird noch diskutiert. Aber die Forscher aus Kiel sind sich einig, dass das tektonische Modell viele Fragen beantworten konnte, aber zudem auch neue aufwirft, die zu neuen Forschungen anregen.

Vom Roten Meer: So war unsere Woche

Das waren die News aus Ägypten vom Roten Meer: So war unsere Woche. Nächste Woche gibt es wieder aktuelle News aus Ägypten zu berichten, wir halten euch auf dem Laufenden!

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